Geroldshausen & Moos

 

Herzlich Willkommen!

Gunther Ehrhardt

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Besucherinnen und Besucher,

ich darf Sie auf unserer Homepage sehr herzlich willkommen heißen. Jeden Monat stelle ich Ihnen hier "Aktuelles aus unserer Gemeinde" vor. Die Themen der vergangenen Monate finden Sie im Archiv.


Betrieb von Covid-19 Schnellteststellen in den Gemeinden Geroldshausen und Kirchheim – Terminvereinbarung Online möglich

Die Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim betreibt Covid-19 Schnellteststellen in den beiden Mitgliedsgemeinden. Die Testung kann dort ab 27.03.2021 kostenfrei für Personen ab 7 Jahren erfolgen.

Der Betrieb wird vorerst durch ehrenamtliche Kräfte sichergestellt, daher gilt den freiwilligen Helferinnen und Helfern ein sehr großer Dank für die Bereitschaft der Übernahme der Dienste! Ohne diese Hilfe könnten die Teststellen nicht betrieben werden. Die Abstrichnahme mit den PoC Schnelltests (Nasenabstrich) erfolgt durch medizinisches Fachpersonal.

 Die Durchführung der kostenfreien Schnelltests erfolgt nur nach vorheriger Anmeldung über ein Online- Buchungssystem. Das Buchungssystem erreichen Sie unter folgendem Link:

 Das Buchungssystem für die Teststelle Geroldshausen erreichen Sie unter folgendem Link:

 https://www.deineanmeldung.de/unigui/quicktermin.dll/terminbuchung/236A9EE2-0A47-4711-BD81-D304B8D9ACC3

  Das Buchungssystem für die Teststelle Kirchheim erreichen Sie unter folgendem Link:

 https://www.deineanmeldung.de/unigui/quicktermin.dll/terminbuchung/2804619F-DB0A-455D-9652-21F0916EE994

Die freien Termine werden in dem Kalender angezeigt und können dort ausgewählt werden. Sollten keine freien Termine mehr im Kalender vorhanden sein, sind die Termine ausgebucht. (Die Betriebszeiten der beiden Teststellen finden Sie am Ende des Textes)

ACHTUNG (Stand 31.03.2021 um 14:30 Uhr): Nach der Buchung eines Termins erhalten Sie eine Bestätigungsemail. Über diese können Sie den vereinbarten Termin stornieren, falls dies notwendig sein sollte. Bisher wurde von uns kommuniziert, dass eine separate Bestätigung des Termins nochmal notwendig ist. Dies ist aktuell nicht notwendig, da diese Funktion vom externen Dienstleister abgeschalten wurde.

Die bisher kommunizierte Bitte um Erstellung eines QR-Codes (Link aus der Bestätigungsmail) ist nicht mehr notwendig. Die Probanden werden vor Ort durch unser Personal eingecheckt, die separate Erstellung des QR Codes ist somit entbehrlich

Zur Buchung der Termine ist eine Emailadresse notwendig, bitte geben Sie auch Ihre Handynummer an, somit können wir Sie auch bei Rückfragen schnell erreichen.

Sollte es Ihnen nicht möglich sein online einen Termin zu buchen – unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus helfen Ihnen währen der Öffnungszeiten sehr gerne dabei. Sie erreichen uns unter 09366/90610.

Informationen zum Datenschutz finden Sie in nachfolgendem Dokument am Ende des Textes.

Eine Durchführung von Schnelltests ohne vorherige Terminvereinbarung kann aus organisatorischen Gründen ab sofort leider nicht mehr erfolgen. Bitte haben Sie hierfür Verständnis!

Der Ablauf in der Teststelle ist wie folgt vorgesehen:

  • Terminvereinbarung über das Online Buchungssystem - Sie erhalten eine Email als Bestätigung, darüber können Sie den Termin Im Bedarfsfall selber stornieren
  • Bitte eine halbe Stunde vor dem Testtermin nichts mehr essen oder trinken!
  • Pünktliche Anwesenheit der Probanden zum vereinbarten Testtermin (Personalausweis mitbringen) an den Teststellen – Es ist ausdrücklich nicht erforderlich deutlich vor dem Termin an der Teststelle anwesend zu sein
  • An den Teststellen besteht die Pflicht zum Tragen einer FFP2 Maske
  • Bitte desinfizieren Sie Ihre Hände beim Betreten der Teststelle
  • Durchführung des Tests
  • Die Übermittlung des Testergebnisses an die Probanden erfolgt auf dem elektronischen Weg per Email und/oder SMS (Die Probanden müssen/sollen vor Ort nicht auf das Testergebnis warten) - Sie bekommen per Email eine Pdf zugesandt, das Passwort zum Öffnen ist das von Ihnen bei der Buchung angegebene Geburtsdatum (mit Punkten zwischen den Ziffern!)
  • Bitte halten Sie die notwendigen Abstände vor und nach dem Besuch der Teststelle ein und vermeiden Sie dort die Bildung von Menschenansammlungen

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Kapazitäten der Schnellteststelle hauptsächlich für die Bevölkerung der Gemeinden Geroldshausen und Kirchheim geschaffen wurden. Selbstverständlich können Termine auch von Personen aus anderen Gemeinden vereinbart werden, wir behalten uns jedoch vor bei Kapazitätsengpässen Termine nur an Mitbürgerinnen und Mitbürger aus den Mitgliedsgemeinden zu vergeben.

Die Schnellteststellen sind nach derzeitigem Stand an folgenden Tagen ab dem 27.03.2021 in Betrieb:

Evangelische Gemeindezentrum Geroldshausen (Hauptstraße 10)

  • Dienstags            16 bis 18 Uhr
  • Freitags               16 bis 18 Uhr
  • Sonntags 10 bis 14 Uhr (Betrieb durch BRK Bereitschaft Giebelstadt)
  • Sonderöffnung: Sonntag, 11.04.2021 von 9 bis 10 Uhr (Betrieb durch BRK Bereitschaft Giebelstadt)

Turnhalle Kirchheim (Jahnstraße 9)

  • Montags 16 bis 18 Uhr
  • Mittwochs 16 bis 18 Uhr
  • Donnerstag 9 bis 11 Uhr
  • Samstags 10 bis 14 Uhr (Betrieb durch BRK Bereitschaft Giebelstadt)

Im Falle einer positiven Testung erfolgt eine automatische Mitteilung und Datenübermittlung an das zuständige Gesundheitsamt. Zu Verifizierung der positiven Testung ist im unmittelbaren Anschluss die Entnahme eines PCR Tests notwendig, dieser kann auch ohne Termin an der Teststelle in Würzburg (Talavera) erfolgen.

Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim sowie der beiden Gemeinden für die tatkräftige Mithilfe bei der Vorbereitung, insbesondere aber auch dem Landratsamt Würzburg, der Johanniter Unfallhilfe Würzburg und der Bereitschaft Giebelstadt des Roten Kreuz.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Björn Jungbauer, 1. Bürgermeister Gemeinde Kirchheim

Gunther Ehrhardt, 1. Bürgermeister Gemeinde Geroldshausen

Datenschutz: weiter lesen

weitere Informationen: www.kirchheim-ufr.de


Coronavirus - Aktuelle Informationen

Bei allen Gesundheitsfragen rund um den Coronavirus (Verhalten im Verdachtsfall, Testung, ...) wenden Sie sich bitte an das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Würzburg. Es ist montags bis donnerstags von 8 bis 14 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr unter 0931 8003-5100 zu erreichen.

Weitere Informationen:


Aktuelles April 2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gemeinde Geroldshausen, liebe Besucher unserer Homepage,

Anfang März ist über Geroldshausen ein Sturm hinweggefegt. Auf dessen Höhepunkt die Bild-Zeitung in unserem kleinen Ort unterwegs war und einen Artikel veröffentlicht hat, ich habe eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Volksverhetzung erstattet und wir mussten in Kommentaren z. B. lesen, dass auch der Gemeinderat ausgemeißelt gehört. Was war geschehen? Auf unserem Kriegerdenkmal ist „DR. ED. WIRTHS * 20.09.45“ eingemeißelt. Dr. Wirths war in Ausschwitz der Vorgesetzte von Dr. Mengele. Dr. Wirths hat darüber entschieden, wer sofort in den Tod geschickt wird oder wer zunächst ins Arbeitslager kam. Er ist ein Kriegsverbrecher, der Tausende Menschen in den Tod geschickt hat. Es gibt keine Alternative zur Entfernung der Inschrift. Dies muss zeitnah geschehen. Man kann Geschichte aber nicht ausradieren. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass uns das Internationale Auschwitz Komitee berät. So können wir eine gute Erinnerungs- und Mahnkultur für die Bevölkerung einrichten, die auch noch in Jahrzehnten die Erinnerung an die Verbrechen gegen die Menschlichkeit wachhält. Der Gemeinderat und ich bedanken uns bei der Presse auch der überörtlichen Presse, die nicht mit einer vorgefertigten Meinung über unseren Umgang mit unserem Kriegerdenkmal und der Inschrift "Dr. Wirths " berichtet hat. Wir bedanken uns bei allen, die uns Mut zugesprochen haben, insbesondere auch bei Dr. Lauer, der den Vorschlag mit der Anbringung des vorläufigen Hinweisschildes gemacht hat. In der Presserklärung vom 10.03.2021 hatte die Gemeinde Geroldshausen darauf aufmerksam gemacht, dass „offensichtlich bisher die Taten von Dr. Wirths nicht ausführlich wissenschaftlich untersucht und publiziert wurden. Denn im Gegensatz zum Namen ‚Dr. Mengele‘ ist der Name ‚Dr. Wirths‘, der der Vorgesetzte von Dr. Mengele war, in der Öffentlichkeit nicht bekannt.“ Endlich beginnt die Aufarbeitung der Geschichte: Der Artikel "Historiker über KZ-Arzt Wirths: 'Er war niemand, der nichts wusste'" in Main-Post vom 13.03.2021 (siehe auch unten auf dieser Seite.) beginnt mit der Frage an den Göttinger Historiker Dr. Stefan Hördler: „Beim Namen Josef Mengele zucken viele sofort zusammen. Bei Eduard Wirths gibt es eher ein Achselzucken. Warum ist so wenig über den leitenden Standortarzt in Auschwitz bekannt?“. Vielen Dank Herr Thomas Fritz für diesen ersten Schritt! Damit sollte aber die Aufarbeitung nicht zu Ende sein. Welcher Jugendlicher liest z. B. die Main-Post? Endlich kann auch die Frage, warum der Gemeinderat nicht sofort die Entfernung die Inschrift veranlasst hat, mit Gegenfragen beantwortet werden: Was wäre passiert, wenn der Gemeinderat beschlossen hätte, die Inschrift sofort zu entfernen? Hätte dann wirklich die Main-Post mit der Aufarbeitung begonnen? Wäre dann die Familie Wirths noch mehr bloßgestellt worden? Wäre dies dann auf die gesamte Gemeinde übertragen worden? Würde dann behauptet werden, dass wir nur alles vertuschen wollen? Wären auch wieder Opportunisten aufgetreten, die diese Gemengelage ausgenutzt hätten? Ja, "Hätte, hätte Fahrradkette." Eines steht aber fest, egal was der Gemeinderat beschlossen hätte, es wäre immer falsch gewesen. Der Gemeinderat hat sich von Beginn an deutlich positioniert: „Wir sind heute zur Aufarbeitung, zum Erinnern und Mahnen verpflichtet und auch dazu bereit. Wir bedauern zutiefst, dass mit der bisherigen unzulänglichen, verharmlosenden Darstellung des Lebenswegs von Eduard Wirths und der Inschrift auf dem Kriegerdenkmal den Opfern von Auschwitz und allen Opfern des 2. Weltkriegs solange Unrecht getan und die Gefühle der Überlebenden verletzt wurden. Als Gemeinde Geroldshausen wollen wir nun alles tun, um mit einer ehrlichen und schonungslosen Auseinandersetzung dazu beizutragen, dass die Erinnerung an den Holocaust für die nachfolgenden Generationen eine unerschütterliche Mahnung bleibt.“ Am Ende können wir, die Gemeinde Geroldshausen mit den Gemeinderäten aus Geroldshausen und Moos - also allen Bürgerinnen und Bürger - sagen, dass wir im Sturm standhaft geblieben sind. Wir wollen in Ruhe und Frieden unseren toten Angehörigen auf unseren Kriegerdenkmalen gedenken. So wie die Menschen in allen anderen Orten in Deutschland auch. Weitere ausführliche Informationen finden Sie unten auf dieser Seite. Nachtrag: Zum Main-Post-Artikel vom 16.03.2021 „Geroldshausen: Bürgermeister will Name von KZ-Arzt am Denkmal doch schnell entfernen“ werde ich hoffentlich schon in der Sitzung am 13.04.2021 berichten.

Nach diesem Tagesordnungspunkt hatte der Gemeinderat in der Sitzung am 09.03.2021 bis kurz vor Mitternacht zu zahlreichen weiteren wichtigen Themen beraten und beschließen müssen.

Wie bereits mehrfach an dieser Stelle berichtet ist die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde Geroldshausen in den nächsten drei Jahren nicht gegeben; die Ausgaben sind höher als die Einnahmen. Der Gemeinderat hat zunächst in der Klausur im Herbst 2020 vergangenen Jahres und dann in einer weiteren Klausur im Februar diesen Jahres darüber beraten, wie der Haushalt 2021 konsolidiert werden kann. Nach langen und intensiven Beratungen mussten zahlreiche Beschlüsse, die richtig weh tun, gefasst werden. So kann in Stichpunkten Folgendes berichtet werden (nach der Reihenfolge der Tagesordnung): Der Dorfladen erhält für die nächsten zwei Jahre nur die Hälfte des gewünschten Zuschusses. Die Gemeinde beteiligt sich nicht am APG-365-EUR-Ticket. Es werden die Planungen das Neubaugebiet in Moos (bei der Ortseinfahrt rechts von Geroldshausen aus kommend) außerhalb des Haushalts vorangetrieben. Die Gemeinde zahlt dieses Jahr keinen Zuschuss für den geplanten Wasserspielplatz in Moos. (Der ursprünglich eingeplante 90 %tige Zuschuss im Rahmen des Regionalbudget musste durch den „Fränkischen Süden“ auf Grund der vielen Anträge auf 52 % reduziert werden.) Der Pauschalzuschuss für die Jugendarbeit der Vereine wird in diesem Haushalt gestrichen. Die Kindergartengebühren werden an die Gebühren der Gemeinde Kirchheim angepasst. Der Kindergartenbus für die Fahrten zwischen Moos und Geroldshausen wird in diesem Haushalt gestrichen. Die Notgruppe, die im Kath. Pfarrsaal untergebracht ist, wird zum Ende des Kindergartenjahres im Juli geschlossen. (Es sind einige Kinder in einen Waldkindergarten abgewandert. Die Buchungszeiten sind coronabedingt weniger geworden. Im Kindergarten sind zur Zeit keine Gastkinder. Damit können bis der Neubau steht keine weiteren Anmeldungen angenommen werden.) Der Gemeinderat wird in der nächsten Sitzung zur Vorstellung eines anderen externen Trägers für den Kindergarten beraten. (Es hat sich bereits ein externer Träger bei der Klausur im Februar vorgestellt.) Es wird eine Budgetverantwortung für die Kindergartenleitung eingeführt. Die Grundsteuer A und B wird erhöht. Das Investitionsprogramm der Gemeinde wurde erheblich zusammengestrichen. Der Haushalt 2021 soll in der Sitzung im April verabschiedet werden.

Unter dem TOP Sonstiges konnte ich in der Sitzung am 09.03.2021 kurz vor Mitternacht Folgendes berichten: In Moos wurde ein Kleidersammelcontainer bei den Altglas-Containern aufgestellt. Auch bei der Dirtbahn gehen die Arbeiten gut voran. Unser ÖPNV-Beauftragter, Marc Schulze, hat intensiv bei dem zuständigem Ansprechpartner der DB nachgefragt, warum nicht immer die Züge auf Gleis 1 einfahren. Er wartet noch auf Antwort. Die Gräben in der Geroldshäuser und Mooser Flur wurden „geputzt“. Die Gemeinde hat den Bescheid zum vorzeitigen Maßnahmebeginn zum Neubau der Kita auch vom ALE erhalten. Die Gebäude können also Ende März, Anfang April abgerissen werden. Die Ausschreibung für den Neubau läuft gerade. Die Submissionstermine sind für Mitte April geplant. In der Sitzung im Mai soll der Gemeinderat über die Vergaben beschließen. Bitte denken Sie daran! Ab dem 06.04.2021 beginnt die Verlegung der Kreisstraße Wü 33 zwischen Geroldshausen und Ingolstadt. Die alte Verbindungsstraße wird zunächst gesperrt. Der Verkehr wird über die Staatsstraße 2295 nach Albertshausen und dann über die B 19 nach Ingolstadt und umgekehrt umgeleitet. Die Planskizze entnehmen Sie bitte dem Mitteilungsblattes (Ausgabe Nr. 3, Apirl 2021).

Ihr

Gunther Ehrhardt
1. Bürgermeister

 

„Wir sind zur Aufarbeitung, zum Erinnern und Mahnen verpflichtet."

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) thematisierte am 16.11.2020 aus Anlass des Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz die Verantwortung von Dr. med. Eduard Wirths aus Geroldshausen, der von 1942 bis 1945 leitender Standort-Arzt in Auschwitz und dort Vorgesetzter von Josef Mengele war. Auch eine Inschrift auf dem Kriegerdenkmal in der Ortsmitte von Geroldshausen, mit dem Namen von Dr. Eduard Wirths, der sich im September 1945 in britischer Gefangenschaft das Leben nahm, kam hierbei zur Sprache. Erster Bürgermeister Gunther Ehrhardt gab dem MDR ein Interview und informierte anschließend den Gemeinderat darüber.

In seiner Sitzung vom 9. März 2021 versuchte Bürgermeister Gunther Ehrhardt zunächst das Thema ausführlich – soweit dies überhaupt möglich ist - in einem ca. ½-stündigen Sachvortrag darzustellen. Anschließend beriet der Gemeinderat Geroldshausen (Landkreis Würzburg) nun über das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit der Inschrift auf dem Kriegerdenkmal und weitere Schritte zu einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Lebensweg von Dr. Eduard Wirths. Anlass der Sitzung war der Antrag eines Bürgers, der die Entfernung des Namens Eduard Wirths vom Kriegerdenkmal sowie das Anbringen einer aufklärenden Tafel neben dem Kriegerdenkmal fordert, um auf die Täterschaft des Dr. Wirths in Auschwitz hinzuweisen. Im Vorfeld der Sitzung stellte sich jedoch in der öffentlichen Diskussion heraus, dass zahlreiche andere Möglichkeiten zum Umgang mit der Inschrift auf dem Kriegerdenkmal möglich wären. So wurde vorgeschlagen, sofort die Inschrift, ohne einen Hinweistafel, zu entfernen. Aber auch die Ergänzung mit einem weiteren Gedenkstein und den Namen der in Geroldshausen lebenden Juden und den Schicksalen in den einzelnen Konzentrationslagern wurde vorgeschlagen. Neben diesem neuen Gedenkstein solle eine Hinweistafel die Verbrechen von Dr. Wirths erläutern. Es wurde aber auch vorgeschlagen, einen Künstler zu beauftragen, der versucht, das Denkmal durch eine Installation zu erklären.

In der Gemeinderatssitzung verlas Erster Bürgermeister Gunther Ehrhardt eine Stellungnahme der Familie Wirths, aus der der Wille, die Aufarbeitung der Verantwortung von Dr. Wirths in Auschwitz rückhaltlos zu unterstützen, deutlich hervorgeht. „Als Nachkommen von Dr. Eduard Wirths trifft uns die öffentliche Diskussion um das Kriegerdenkmal in Geroldshausen persönlich. Die Beteiligung unseres Familienmitgliedes an den in Auschwitz verübten, beispiellosen Verbrechen wollen wir nicht leugnen oder beschönigen.“ Die Familie Wirths habe schon bisher alles ihr Mögliche zur Aufklärung der historischen Tatsachen beigetragen. Familienmitglieder haben u. a. als Zeugen im Auschwitz-Prozess in den 1960er Jahren ausgesagt, an dem Dokumentarfilm von 1975 mitgewirkt und sich verschiedenen Autoren für deren Bücher als Informationsquelle zur Verfügung gestellt. Alle im Familienbesitz befindlichen Dokumente wurden dem Fritz-Bauer-Institut überlassen und zur Veröffentlichung freigegeben.

In der Sitzung des Gemeinderats bestand Einigkeit, dass der Name „Dr. Wirths“ nichts auf dem Denkmal zu suchen hat. Der Gemeinderat verurteilt die von Dr. Eduard Wirths während des Dritten Reiches als Standortarzt in verschiedenen Konzentrationslagern verübten Kriegsverbrechen auf das Schärfste, so der einstimmige Beschluss des Gemeinderats. Auch wurde beschlossen, dass der Umgang mit dem Kriegerdenkmal in ihrer Bedeutung die Möglichkeiten der Gemeinde übersteigt. Die Gemeinde sucht deshalb umgehend hierzu die Unterstützung geeigneter Personen oder Institutionen. Nach dieser Aufarbeitung entscheidet der Gemeinderat, in welcher Form die damalige Entscheidung revidiert wird.

Bürgermeister Ehrhardt findet es bedauerlich, dass offensichtlich bisher die Taten von Dr. Wirths nicht ausführlich wissenschaftlich untersucht und publiziert wurden. Denn im Gegensatz zum Namen „Dr. Mengele“ ist der Name „Dr. Wirths“, der der Vorgesetzte von Dr. Mengele war, in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Es kann aber nicht die Aufgabe der Gemeinde Geroldshausen sein, die wissenschaftlichen Untersuchungen voranzutreiben, so Bürgermeister Gunther Ehrhardt. Aufgabe der Gemeinde ist es, das Archiv allen Anfragen zur wissenschaftlichen Aufarbeitung zu öffnen. Eine weitaus wichtigere Aufgabe der Gemeinde Geroldshausen ist es aber, eine gut durchdachte Erinnerungs- und Mahnkultur für die Bevölkerung zu schaffen.

Ehrhardt und der Gemeinderat sind sich einig: „Wir sind heute zur Aufarbeitung, zum Erinnern und Mahnen verpflichtet und auch dazu bereit. Wir bedauern zutiefst, dass mit der bisherigen unzulänglichen, verharmlosenden Darstellung des Lebenswegs von Eduard Wirths und der Inschrift auf dem Kriegerdenkmal den Opfern von Auschwitz und allen Opfern des 2. Weltkriegs so lange Unrecht getan und die Gefühle der Überlebenden verletzt wurden. Als Gemeinde Geroldshausen wollen wir nun alles tun, um mit einer ehrlichen und schonungslosen Auseinandersetzung dazu beizutragen, dass die Erinnerung an den Holocaust für die nachfolgenden Generationen eine unerschütterliche Mahnung bleibt.“

Weitere Informationen:

Presserklärung der Gemeinde Geroldshausen vom 10.03.2021 als pdf-Datei: „Wir sind zur Aufarbeitung, zum Erinnern und Mahnen verpflichtet.“

Sachvortrag der Gemeinderatssitzung zur Sitzung am 09.03.2021

Schreiben der Familie Wirths

Nach der Sitzung am 09.03.2021 hat Bürgermeister Ehrhardt - in Absprache mit dem Gemeinderat - mit dem Internationalen Auschwitz Komitee Kontakt aufgenommen, um dort um Unterstützung beim Umgang mit dem Kriederdenkmal und der Inschrift für eine gut durchdachte Erinnerungs- und Mahnkultur zu bitten. Die Inschrift "Dr. Ed. Wirths" hat auf dem Kriegerdenkmal nichts zu suchen. Deshalb wurde zunächst folgendes Schild am Kriegerdenkmal angebracht:

 

Presseerklärung der Gemeinde Geroldshausen vom 12.03.2021: Kriegerdenkmal Geroldshausen Hinweisschild zu den NS-Verbrechen von Dr. Wirths angebracht - Internationales Auschwitz Komitee berät die Gemeinde

In der Sitzung des Gemeinderats am 13.04.2021 berichtet Bürgermeister Ehrhardt, dass19 E-Mails und Schreiben mit Kommentaren bzw. Meinungen im Rathaus eingegangen sind, die alle von Bürgermeister Ehrhardt beantwortet wurden. Die Gemeinde hat mehrere Strafanzeigen wegen Volksverhetzung gegen Unbekannt erstattet. Am 23.03.2021 hat Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken, mit Bürgermeister Ehrhardt telefoniert. Dabei berichtete er, dass er sich persönlich einen Eindruck des Kriegerdenkmals in Geroldshausen verschafft hat.

Dieser Text ist dem Beschluss der Gemeinderatssitzung vom 09.03.2021 entnommen. Bereits dieser Text sei laut Dr. Schuster eine sehr deutliche Aussage. Er hätte am Anfang, als das Kriegerdenkmal zum Thema wurde, den Eindruck gehabt, dass versucht werden solle, den Sachverhalt geflissentlich zu übergehen und abzuwarten, bis das Thema in Vergessenheit gerät. Nachdem er aber die Diskussionen weiter beobachtet habe, sei er zu dem Eindruck gekommen, dass Geroldshausen auf einem sehr guten Weg sei. Dabei sei aber auch die Stellungnahme der Familie Wirths wichtig gewesen.

Dr. Schuster hält es für unerlässlich, die Inschrift zu entfernen. Die Aufstellung einer Hinweistafel mit dem Hintergrund zur Inschrift Dr. Wirths und seinen NS-Verbrechen wäre zu erwägen. Daneben begrüßt Dr. Schuster, dass sich die Gemeinde Geroldshausen am DenkOrt Deportationen beteiligt und auf dem neuen Dorfplatz in Geroldshausen (Nähe dem Bahnhof) das Pendant des Koffers des DenkOrts Deportationen (Hauptbahnhof Würzburg) mit den Namen und Daten der Juden, die in Geroldshausen gelebt haben und deportiert wurden, aufgestellt wird.

Herr Christoph Heubner, Exekutiv Vizepräsident, Internationales Auschwitz Komitee, hat am 25.03.2021 folgendes per E-Mail geschrieben:

„Ihnen und der Gemeindevertretung gebührt aller Respekt, weil Sie die Debatte um Eduard Wirths erschreckt und berührt aufgenommen und zu Ihrer Sache gemacht haben. Ich habe keine statements des Zornes und der Ablehnung gehört, sondern Ihre Reaktion war von ehrlicher Betroffenheit geprägt und deshalb müssen und sollten Sie jetzt auch keine Angst vor Schlagzeilen haben: In Deutschland gibt es noch andere Geroldhausens, die von ihrer Geschichte eingeholt werden und wo die Beschäftigung mit der Herkunft von NS-Tätern und die Deportation der im Ort heimischen jüdischen  und Roma-Familien längst nicht aufgearbeitet oder thematisiert worden ist: Das, was Sie jetzt entscheiden und tun ist deswegen auch beispielhaft und hat Auswirkungen weit über Geroldshausen hinaus. In diesem Zusammenhang sehe ich drei Schritte: Die Entfernung des Namens, das Aufstellen einer Tafel, die die "Leerstelle" erklärt (ich helfe gerne bei der Formulierung eines kurzen Textes) sowie die Erinnerung an die Geroldshausener Deportierten (wie von Herrn Schuster erwähnt) und drittens eine Veranstaltung im Herbst, wo wir mit Herrn Hördler, Herrn Schuster, Frau Küchler, Ihren Mitbürgerrinnen und Mitbürgern noch einmal diskutieren, was geschehen ist - im Krieg und nach dem Krieg- und was heute unsere gemeinsame Erinnerung ist.“

Am Samstag, den 27.03.2021, hat Herr Landrat Thomas Ebert bei der Eröffnung der Teststrecken in Kirchheim und Geroldshausen zugesagt, dass er als Ansprechpartner für die Veranstaltung, die Herr Heubner angeregt hat, zur Verfügung steht. Auf Grund der bundesweiten Bedeutung ist eine Veranstaltung in der Gemeinde Geroldshausen nicht sinnvoll.

Bürgermeister Ehrhardt schlägt vor, dass Dr. Schuster zur Eröffnung des Beitrags der Gemeinde Geroldshausen zum DenkOrt Deportationen durch die Gemeinde eingeladen wird. Dr. Schuster hatte dies im Telefonat am 23.03.2021 angeregt. Die Eröffnung wird nach der Fertigstellung des Neubaus der KiTa (voraussichtlich im Juli 2022) erfolgen.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 13.04.2021 folgenden einstimmigen Beschluss gefasst:

Der Name „Dr. Eduard Wirths“ hat nichts auf dem Denkmal zu suchen. Die Inschrift wird zeitnah entfernt. Der Gemeinderat verurteilt die von Dr. Eduard Wirths während des Dritten Reiches als Standortarzt in verschiedenen Konzentrationslagern verübten Kriegsverbrechen auf das Schärfste. Es wird eine Info-Tafel in Zusammenarbeit mit Herrn Heubner, Exekutiv Vizepräsident, Internationales Auschwitz Komitee, angebracht.

Die Gemeinde Geroldshausen lädt schon heute Herrn Dr. Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken, zur Eröffnung des Beitrags der Gemeinde Geroldshausen zum DenkOrt Deportationen herzlich ein. Die Veranstaltung findet nach der Fertigstellung des KiTa-Neubaus stattfinden.

Pressestimmen:

Denkmal für einen SS-Arzt: Der Fall Eduard Wirths, 24.01.2021, Susann Reich,  MDR Zeitreise, MDR Fernsehen

Geroldshausen: Wie kommt der NS-Massenmörder aufs Kriegerdenkmal?, 06.03.2021, Thomas Fritz, Main-Post

Kommentar: Geroldshausen muss wissen, wer Wirths wirklich war, 06.03.2021, Thomas Fritz, Main-Post

Geroldshausen: Diskussion um KZ-Arzt auf Kriegerdenkmal, 09.03.2021, Carolin Hasenauer, BR24

Überlebende von Ausschitz sind empört, 09.03.221, Thomas Fritz, Main-Post

In Stein gehauene Probleme, 09.03.2021, Daniel Staffen-Quandt, Hilpoltsteiner Kurier (kein Link vorhanden!)

KZ-Arzt in Stein gemeißelt: Ein Ort ringt mit der Vergangenheit, 10.03.2021, Carolin Hasenauer, BR24

KZ-Arzt auf Denkmal: Auschwitz Komitee fordert Namens-Entfernung, 10.03.2021, Julia Kuhles, BR24

Geroldshausen: Name von SS-Massenmörder bleibt vorerst auf Ehrenmal, 10.03.2021, Thomas Fritz, Main-Post

Kommentar: Dem Gemeinderat fehlt in Sachen Wirths die Konsequenz, 10.03.2021, Thomas Fritz, Main-Post

Name von KZ-Arzt von Auschwitz bleibt vorerst auf Ehrenmal, 10.03.2021, epa-infocom, dpa:210310-99-762901/3, Donaukurier

Massenmörder, in Stein gemeißelt, 10.03.2021, Olaf Przybilla, Süddeutsche Zeitung

Name von KZ-Arzt bleibt vorerst auf Ehrenmal gemeißelt, 10.03.2021, Quelle: dpa, Frankfurter Allgemeine

Kriegsverbrecher auf Geroldshausener Denkmal - Was soll mit dem Namen passieren?, 11.03.2021, Laura Anderlohr, tv MAIN-FRANKEN

KZ-Arzt schickte in Ausschwitz Tausende in den Tod, sein Name bleibt trotzdem weiter auf Gedenktafel, 11.03.221, Autor?, TAG24

Schild klärt auf über Name von KZ-Arzt, Olaf Przybilla, 12.03.2021, Sütdeutsche Zeitung

Name von KZ-Arzt Wirths: Bürgermeister reagiert mit Schild am Ehrenmal, 12.03.2021, Thomas Fritz, Main-Post

KZ-Arzt auf Kriegerdenkmal: Infotafel weist auf Fehler hin, Carolin Hausenauer, BR24

Nazi-Schande auf Kirederdenkmal - Chef von KZ-Schlächter Mengele gemeißelt, 13.03.2021, Torsten Huber, Bild

Historiker über KZ-Arzt Wirths: "Er war niemand, der nichts wusste", 13.03.2021, Thomas Fritz, Main-Post

Was tun, wenn auf Kriegerdenkmälern Namen von NS-Tätern stehen?, 13.03.2021, Daniel Staffen-Quandt, Sonntagsblatt

Geroldshausen: Bürgermeister will Name von KZ-Arzt am Denkmal doch schnell entfernen, 15.03.2021, Thomas Fritz, Main-Post

Falsches Erinnern, 18.03.2021, Stefan W. Römmelt, Jüdische Allgemeine

Auschwitz begann auch in Geroldshausen, 18.03.2021, Christoph Heubner, Jüdische Allgemeine

Fall Eduard Wirths: Warum wurde ein Arzt zum Mörder?, 25.03.2021, Christine Jeske, Main-Post

Geroldshausen: Thema KZ-Arzt Eduard Wirths auf der Tagesordnung, 13.04.2021, RadioGong

KZ-Arzt auf Kriegerdenkmal: Gemeinde will Namen entfernen, 14.01.2021, Carolin Hasenauer, BR24

Name von KZ-Arzt auf Kriegerdenkmal wird entfernt, 14.01.2021, dpa, Süddeutsche Zeitunng

KZ-Arzt Wirths: Name wird bald vom Denkmal in Geroldshausen entfernt, Thomas Fritz, Main-Post

Geroldshausen entfernt Name von KZ-Arzt, 14.04.2021, epd, Jüdische Allgemeine

Geroldshausen entfernt Name von KZ-Arzt
Geroldshausen entfernt Name von KZ-Arzt

Gemeindeverwaltung Geroldshausen
Hauptstraße 13
97256 Geroldshausen
Telefon 09366/510
Telefax 09366/980813
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Dienststunden:
Rathaus Geroldshausen:
Dienstag: 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr
(mit Bürgermeistersprechstunde)
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Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim
Rathausstraße 2
97268 Kirchheim
Telefon 09366/9061-0
Telefax 09366/9061-60
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Internet: www.kirchheim-ufr.de

Öffnungszeiten:
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